Dienstag, 21. Oktober 2014

Ein Foto das alles durcheinanderwirbelt

Heute habe ich eine Whats App Nachricht mit einem Foto erhalten, was gemischte Gefühle bei mir hervorgerufen hat. Eine Freundin von mir hat heute ihre beiden Jungs auf die Welt gebracht. Ich freue mich unglaublich für Sie, denn Kinder die die Welt erblicken ist immer etwas Wunderbares und auch sie musste schon die Erfahrung einer Fehlgeburt bzw. zwei leerer Fruchthöhlen in der 9. SSW und die darauf folgende Ausschabung bewältigen. Um so schöner ist es natürlich, dass es dann doch noch mal zwei Babys in ihrem Bauch geschafft haben heranzuwachsen. Aber was soll ich sagen, Zwillinge, auch wenn es kein Pärchen, sondern zwei Jungs sind, ruft es Erinnerungen in mir hervor. Zumal sie nur eine Woche später dran war als ich es jetzt wäre und mir damit wieder vor Augen geführt wird, dass ich jetzt vll. auch schon meine Zwerge im Arm halten würde. Das hat mich schon ein wenig traurig gemacht und ich war froh, dass ich an der Arbeit war und in diesem Moment die Tür aufging und der Projektleiter im Raum stand und wir so viel mit ihm besprechen musste, dass der Gedanke und die damit verbundene Traurigkeit weg war. Aber natürlich kam mit dem Feierabend das ganze wieder nach oben und ich bin unglaublich dankbar darüber den Blog zu haben, um mir alles von der Seele schreiben zu können. Ich glaube, ich werde gerade ein wenig empfindlicher was solche Nachrichten angeht, denn gerade letzte Woche habe ich sie noch gefragt wie es ihr und den Jungs im Bauch geht und das war überhaupt kein Problem, aber das ändert sich offensichtlich gerade ein wenig. Was sicherlich an dem ET liegt, der immer näher rückt und damit auch immer mehr in mein Bewusstsein. Am Freitag den 07.11. ist es soweit. Ich werde diesen Tag sicher gut bewältigen, aber auch die ein oder anderen traurigen Momente haben, was ja völlig ok ist und dazu gehört. Dennoch habe ich beschlossen diesen Tag bewusst mit etwas Schönem zu füllen. Ggf. werde ich einfach meinen lieben Mann einpacken und übers Wochenende weg fahren, irgendwohin wo man die Seele baumeln lassen kann und bewusst wahrnimmt wie schön das Leben ist.

So, lieber T & J, ich freue mich, dass ihr auf der Welt seit und wünsche Euch, dass ihr immer gesund, glücklich und neugierig aufs Leben bleibt.
Und meine lieben Zwerge, haltet bitte schützend eure Hände über die beiden! Eure Mami

Montag, 13. Oktober 2014

1,2,3.......vorbei!

Nachdem ich mir nun seit 5 Tagen jeden Abend zwei Spritzen in den Bauch gedrückt habe, ist es heute an Zyklustag 7 auch schon wieder vorbei. Ich war heute zum Kontrollultraschall und es haben sich schöne Eier gebildet, unter anderem eins mit 14 mm.......nur leider auf der falschen Seite, links, die Seite, die inoperabel vernarbt ist. Auf der rechten Seite war auch etwas zu sehen, nur leider so winzig, dass einfach klar ist, dass das in den nächsten Tagen das große Ei nicht mehr einholt.
Na gut, das wir an diesen Punkt kommen können und ja auch schon mal waren, war klar und ich glaube mein Prof. fand es trauriger wie ich. Ich fand es einfach ein wenig doof, denn jetzt hatte ich hin und her überlegt, mir Gedanken über alles Mögliche gemacht und mich dann dazu entschieden wieder zu starten und nun wird man im Vollsprint ausgebremst.....das ist ein wenig doof, aber auch zu verkraften. Ich genieße jetzt einfach die nächsten drei Wochen ohne Spritzen und starte dann wieder durch. Denn nach drei Monaten auf der kaputten Seite, steigt die Chance, dass es bald auf der gesunden Seite passiert doch schließlich enorm! Vermutlich möchte mein Körper einfach nur, dass ich auch wirklich wieder bereit dazu bin. Als wir letztes Jahr ein paar Mal hintereinander abbrechen mussten, weil nur eine brauchbare Entwicklung auf der linken Seite war, war das zu einer Zeit, wo ich teilweise 70 Std. Wochen an der Arbeit hatte. Es war erst dann wieder auf der rechten Seite Aktion angesagt, als Ruhe einkehrte.........
Lieber, lieber Körper, ich werde jetzt noch mal Kraft tanken, aber dann bin ich unglaublich ruhig!

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Hallo Murmeltier, du bist wieder da und ich freue mich, dich zu sehen!

Nachdem ich das eigentlich noch eine Weile für mich behalten wollte, um genau zu sein 14 Tage, denn dann ist die schlimme Zeit bei einer mir sehr ans Herz gewachsenen Person rum und sie hat ihre guten Nachrichten bekommen und würde über diese Neuigkeit drüber stehen, ohne sich fühlen zu müssen, als würde jemand neben ihr stehen und mit langen Fingernägeln die Tafel runterkratzen. Aber wie es meistens ist, kommt es anders und diese Person hatte einen 7. Sinn und mich heute direkt gefragt und da ich einfach nicht lügen kann, habe ich ihr doch die Neuigkeit erzählt. Und was soll ich sagen, sie hat es mit einem Lächeln entgegengenommen. :-)

Jetzt kann ich es also los werden, jetzt ist es soweit, aber das tue ich nur bei euch, denn dieses Mal werden mein lieber Mann und ich es für uns behalten.........bzw. vll. bekommt es eine ganz enge Freundin mit, denn sie ist die Einzige, die von meinem Blog wirklich weiß und ab und an darin liest. Aber genau dieser Freundin würde ich es vermutlich eh erzählen und ich wüsste da ist es bestens aufgehoben.......also meine liebe S.T., wenn Du das hier liest............wir haben wieder gestartet! Wir stehen mit unserer Wanderausrüstung und vollen Mutes am Beginn des Berges, schauen rauf und atmen tief durch, weil wir wissen, dass es ein harter Aufstieg wird, aber was solls, wir krempeln die Ärmel hoch und machen den ersten Schritt!

Und der erste Schritt war heute Morgen. Denn ich hatte den ersten Kontrollultraschall in der Kinderwunschklinik und heute Abend sitze ich wieder im Bad und setzte mir die Hormonspritze und anschließend die Heparinspritze. Schon komisch, es ist ein bisschen wie täglich grüßt das Murmeltier, aber das Murmeltier zu treffen tut irgendwie gut, denn die Warterei war jetzt fast unerträglich. Der Wunsch ist ja immer noch da, sogar stärker denn je und ich hab einfach das Gefühl bekommen, dass ich etwas an dem Wunsch tuen muss. Ich habe meinem Körper und meiner Seele die nötige Ruhe gegeben und alles abgewogen, bedacht und mit den Ärzten über den medizinischen Teil ausführlichst gesprochen. Mein lieber Mann und ich haben danach gemeinsam beschlossen, das Wagnis einzugehen, denn wir fühlen uns wieder danach und ich glaube darum geht es. Es geht nicht darum eine bestimmte Anzahl von Monaten verstreichen zu lassen, oder darauf zu hören, was das Umfeld sagt, oder was der Arbeitgeber davon hält, wenn man demnächst wieder ausfällt, es geht ganz alleine darum, was man selber denkt und was man fühlt und wir fühlen, es ist soweit! Und das "wir" war dabei Bedingung. Denn es ist so viel passiert und das was kommt, wird Kraft kosten und das müssen wir beide auch schaffen und von Herzen wollen. Aber wir haben uns gestern Abend noch mal tief in die Augen geschaut und haben dann beide gegrinst und genickt......ich denke, das sagt alles!

Jetzt werden wir mal schauen, wie es sich entwickelt. Montag muss ich wieder zum Ultraschall und dann werden wir sehen, was die GMSH und die Eierchen machen. Denn wir haben ja einiges zu beachten. Wir müssen es schaffen, die Eierstöcke so zu stimulieren, dass auch auf der gesunden Seite ein Ei entsteht und dabei das Risiko von Zwillingen vermieden wird. Dies bedeutet zukünftig Fingerspitzengefühl in der Dosierung. Es wird also spannend und es kann durchaus sein, dass wir das ein oder andere Mal abbrechen müssen, weil eben nur auf der kaputten Seite etwas passiert, oder weil sich auf der gesunden Seite mehr als ein Ei entwickelt. Aber das ist für mich ok. Ich mag wieder starten und das auch mit meiner ganzen Energie, aber eben nicht mit der Brechstange.

Es geht los!!!!

Montag, 6. Oktober 2014

Review passieren lassen......

Es sind jetzt drei Monate her seit dem 04. Juli und ich kann es fast gar nicht glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist. Auf der einen Seite erschreckt mich das total, auf der anderen Seite ist es auch ein gutes Gefühl, denn je mehr Zeit vergeht, je mehr Abstand man gewinnt, je eher schafft man es, nach vorne zu schauen. Und genau das möchte ich. Ich möchte nach vorne schauen....

Natürlich mag ich mich auch nicht gegen den Blick zurück wehren, aber wenn ich die letzten drei Monate mal Review passieren lassen, dann ist da so viel Schmerz und Traurigkeit, die sicher in diese Zeit gehören und auch die Phasen der Wut, Fragen und Vorwürfe gehören alle in die Zeit und waren wichtig, aber sie gehören eben alle in die vergangene Zeit. Damit will ich nicht sagen, dass die Zukunft nur rosarot sein darf, nein ganz im Gegenteil, in der Zukunft haben natürlich auch traurige Momente noch ihren Platz verdient, aber dann wäre es doch schön, wenn diese traurigen Momente auch zeitgleich ein Lächeln im Gesicht hervorrufen würden, denn das ist möglich. Unsere Zwerge zaubern uns nämlich täglich ein Lächeln ins Gesicht, nicht nur Trauer und der Schmerz des Verlustes. Nein auch Freude, Freude darüber diese kostbare Zeit mit Ihnen verbracht haben zu dürfen und auch darüber, dass sie unsere Kinder sind, ein Leben lang! Jeder Moment des Schmerzes ist zeitgleich ein Moment der Liebe geworden. Die letzten drei Monate haben mich verändern lassen. Zu Beginn hatte ich das Gefühl, als wäre ich mit Valerie und Felix ein Stück gestorben und als sei meine Lebensfreude mit ihnen gegangen. Und ich muss sagen, ja, so ist es, aber ich sehe es nicht mehr als etwas Negatives, denn der Teil, der mit ihnen gestorben ist, ist ein Teil der für immer bei ihnen ist und der nur ihnen gehört. Und auch meine Lebensfreude, die gegangen ist, ist sicherlich wirklich gegangen, aber ich habe neue Lebensfreude zurückerhalten, neue Lebensfreude in der zwei Kinder Teil von sind und immer sein werden. Diese Lebensfreude ist so viel tiefer, wie die bisherige, so viel priorisierter wie bisher. Es ist eine kleine Familie entstanden und hat eine Wichtigkeit bekommen, die mir nie wieder jemand nehmen kann und die mein Herz mit unglaublicher Wärme erfüllt.

Zurückblickend muss ich also sagen, dass jede Zeit seinen Moment verdient und benötigt hat und auch der noch heute in mir tief liegende Schmerz des Verlustes und des Vermissens darf da sein, aber ich habe wieder zu mir zurückgefunden und ich begebe mich wieder auf eine Bergtour und zwar auf eine ziemlich steile und anstrengende Tour. Ich werde diese Bergtour langsam und mit Bedacht starten und immer wieder Ruhephasen einlegen, an denen ich mich auf eine Bank setzte und zurückblicke und stolz darüber bin, diesen zurückliegenden Weg gegangen zu sein. Denn trotz das mir noch alle Knochen schmerzen, von meiner letzten Tour und dem Abrutschen kurz vorm Gipfel, bin ich doch glücklich darüber, dass ich den Aufstieg wieder gewagt habe und optimistisch bin, dieses Mal den Gipfel erreichen zu können. Sicher mit der ein oder anderen Rast und dem Blick zurück und den damit verbundenen Schmerzen in allen Knochen, aber genau dieses Zurückblicken wird mich weiter antreiben und zum Ziel bringen, da bin ich mir sicher!

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Zu 100 % zurück im Leben

Es ist soweit, das Leben hat mich zu 100 % wieder zurück und das ist gut so!
Seit heute arbeite ich wieder voll und ich habe das Gefühl, dass dieser Schritt mit der größte war den ich noch gehen musste. Und um ehrlich zu sein, hatte ich großen Respekt davor. Ich habe mir deswegen auch einen doppelten Boden eingebaut und kommenden Montag direkt Urlaub eingereicht. So habe ich ein wirklich tolles langes Wochenende nach den ersten zwei Tagen und mir zusätzlich noch eine nicht ganz volle erste Woche geschaffen. Die Arbeit macht mir wieder richtig Spass und ich fühle mich wohl damit, mit Telefonaten, E-Mails und Besprechungen zu jonglieren. Natürlich hatte ich heute Mittag einen Tiefpunkt und hätte kurz mal den Kopf auf die Tastatur legen können, denn mein Körper war es ja die letzten Monate gewöhnt, mittags ohne Probleme mal ein kurzes Schläfchen abhalten zu können und der Tag kam mir in diesem Moment schon sehr lag vor, aber ich habe mir dann einen Kaffee geholt und ein großes Glas Saft mit Eisen getrunken und weiter ging es mit neuem Elan. Musste mich heute Nachmittag auch echt zügeln nicht gleich wieder in alte Muster zu verfallen und länger als nötig zu arbeiten. Eine Stunde habe ich schon mehr gemacht, als ich hätte tun müssen, aber das packe ich mal unter die Kategorie "hab ich gar nicht gemerkt.....und schwups war die Zeit vorbei", aber im Allgemeinen will ich, so lang es das Projekt nicht verlangt, nicht unnötig länger arbeiten, als ich gem. Vertrag müsste, um mir auch weiterhin schöne Freizeitmomente schaffen zu können, meine sogenannten Inseln, wo ich Kraft raus ziehen kann. Denn ich bin mir immer noch am wichtigsten und der Job hat lang nicht mehr den Stellenwert, den er noch vor den Zwergen hatte. Zumal ich mich erst seit ein paar Tagen körperlich wieder deutlich fitter fühle und das nicht direkt wieder riskieren will. Letzte Woche habe ich nämlich mal wieder die Quittung dafür bekommen, dass ich der Meinung war, dass mein Körper und meine Gesundheit selber schauen müssen, wie sie zurecht kommen. Ich hatte nämlich beim Sport vergangenen Montag extremes Flackern vor den Augen und das Gefühl, als würde der Boden mir gleich weggezogen werden. Mein Eisenhaushalt, der noch immer nicht der beste ist, lies mich mal wieder mit deutlichen Zeichen spüren, dass er doch noch etwas mehr Aufmerksamkeit benötigt, wie er derzeitig bekommt. Seit dem nehme ich wieder Eisenpräparate, die zwar nicht so hoch dosiert sind wie reine Eisentabletten, die aber mein Magen ohne Probleme verträgt. Zusätzlich versuche ich die Lücke Eisenpräparat zu reinen Eisentabletten mit Säften und Spinatsmoothies oder ein gutes Stück Fleisch mit Vitamin C und Petersilie in der Beilage zu schließen und habe das Gefühl, es funktioniert. Dazu mache ich noch eine Vitasprint Kur, um mal wieder etwas Schwung in den müden Körper zu bekommen und obwohl ich das erst seit ein paar Tagen alles zusammen zelebriere, habe ich das Gefühl, dass mein Körper es dankend annimmt. Heute auf der Heimfahrt von der Arbeit habe ich mich so gut und euphorisch wie schon lange nicht mehr gefühlt und hatte sogar kurzzeitig den Gedanken, dass mir mein "altes" Leben wieder Freude macht und ich es wieder genießen kann........und ich glaube, das ist gut, oder?
Jedenfalls genieße ich es mal nicht darüber nachzudenken, was war und was noch kommt, sondern einfach im Hier und Jetzt zu sein und den Moment der Zufriedenheit in mich aufsauge zu können! Damit schließe ich auch den Post, mit einem glücklichen, euphorischen und positiven Blick auf das Leben!

Montag, 22. September 2014

Bin ich so weit????

Ich dachte, ich melde mich mal und berichte kurz, wie meine Ultraschalluntersuchung heute bei meiner FÄ war. Ich muss sagen, heute war meine FÄ doch ziemlich im Stress, was ich so prinzipiell nicht wirklich mag, aber durchaus verstehen kann, wenn man die Menschenmenge am Empfang gesehen hat und ich ja mal wieder eine der Patientinnen war, die dazwischen geschoben wurde. Also sei ihr verziehen, dass sie nicht wirklich Zeit für einen Smaltalk hatte. Aber so richtig etwas zu bequatschen gab es eh nicht, denn die Zyste ist weg (juhu) und meine GMSH bewegt sich zwischen 7-8 mm und das bei Zyklustag 12/13 was sehr gut ist, denn das Ei auf der linken Seite, dass wohl demnächst springen wird hatte eine Größe von 17,7 mm und wie ich ja weiß, springen bei mir die Eier immer ganz gerne relativ spät, so bei einer Größe von 24-26 mm, also noch Luft für das Ei und noch Luft für die Schleimhaut. Ich bin also ganz begeistert und muss auch jetzt erst einmal nicht mehr zu ihr. Als ich gesagt habe, dass ich am überlegen bin, wieder mit einem Versuch evtl. zu starten, hat sie gegrinst......ich glaube, sie war nicht sonderlich überrascht und ich bin wieder die Patientin, die sie kennt :-). Ansonsten gibt es vielleicht noch zu erwähnen, dass meine Krankenkasse den Weg der Klinik mitgegangen ist und mir drei neue Versuche bewilligt hat. Tja.........jetzt ist alles wieder bereit.......was fange ich damit nur an??????

Donnerstag, 18. September 2014

Eine klare Kampfansage an das Universum

Heute ist schon der 18. September und zum ersten Mal habe ich das Gefühl, als wäre die Zeit auf meiner Seite. Denn das sie momentan so an mir vorbeifliegt ist positiv. Normalweise will man das ja eher nicht, denn es bedeutet ja auch, dass man älter wird und wer will das schon, schon gar nicht in der Kinderwunschzeit, aber momentan bin ich über jedem Tag froh der vorüber ist, denn so rücke ich immer näher an einen vielleicht neuen Versuch heran. Noch immer steht nicht fest, wann das sein wird, aber der Wunsch wird immer größer und mein lieber Mann ist auch wieder bereit! Ich verlasse mich da jetzt mal komplett auf mein Bauchgefühl und nicht darauf, was wohl das Umfeld denken oder erwarten könnte. Ich glaub, jeder der mich kennt, weiß das ich es irgendwann wieder wagen werde und vielleicht ist der Zeitpunkt auch gar nicht mehr so weit weg.
Eine liebe Freundin hat zu mir gesagt, als sie von unserem Unglück erfahren hat, dass sie mit keiner Sekunde daran gezweifelt hat, dass wir es irgendwann noch einmal versuchen werden, sondern ganz im Gegenteil sogar gedacht hat: "Jetzt erst recht"!
Und eigentlich hat sie damit den Nagel auf den Kopf getroffen......."Hörst Du Universum, ich mache mich gerade fit, mit grünen Smoothies, viel Sport, Entspannung und innerer Ruhe und werde Dir in naher Zukunft zeigen, wo der Hammer hängt......mir nimmst Du meinen Wunsch nicht weg, mir nicht!!!!!"
Ich glaube, dass ich an diesem Punkt angelangt bin, verdanke ich ganz vielen lieben Menschen, die mit mir diesen Weg gegangen sind, mir zugehört haben, mit mir geweint haben, mir Optimismus geschenkt haben oder auch mit mir dieses Schicksal teilen. Ganz vorne weg danke ich natürlich meinem lieben Mann, ohne meinen Fels in der Brandung wäre ich da nie durchgekommen und ein weiteres großes Danke geht an meine Zwerge Valerie & Felix, ohne euch und ohne diese tägliche Liebe, die ich für euch empfinde wäre ich nicht aus dieser Zeit mit einer solchen Kraft und Hoffnung entstiegen.......DANKE!!!

Donnerstag, 11. September 2014

Reset......alles auf Anfang!

Ich bin jetzt ganz offiziell wieder auf "Null", wieder an der Startposition! Schon bereits am Montag hatte ich immer mal wieder, trotz Progesteron, leichte Blutungen. Dienstagabend war es dann noch etwas stärker. Deswegen hatte ich kurzerhand beschlossen, den Dienstagabend die letzte Progesteron zu nehmen und dann den Dingen seinen Lauf zu lassen. Hatte so ein wenig das Gefühl, als wollte da etwas starten und ich bremse es immer wieder mit dem Progesteron aus. Hätte ja eh am Donnerstagabend die letzte genommen, also was soll´s. Und das war eine gute Entscheidung, denn am Mittwochmittag kam die Blutung dann eindeutig regelstark. Irgendwie sind das gemischte Gefühle, auf der einen Seite freut man sich, denn es sind jetzt mittlerweile fast 10 Wochen her und man hat so das Gefühl, dass dieser Moment, die erste Regel zu bekommen, der wirkliche Abschluss ist und außerdem ist man als Asherman Patientin über jeden Tropfen Blut glücklich. Aber genau das ist die zweite Seite der Medaille, denn man bekommt damit auch mal wieder gezeigt "ja, es ist alles rum, Du stehst am Anfang".........als wäre nie etwas gewesen.

Einen weiteren Vorteil hatte es, dass die Blutung einsetzte, ich konnte mich in der Klinik melden und den Behandlungsplan anfordern. Dieser müsste heute in der Post sein, so dass ich ihn dann an die Kasse weiterreichen kann. Die Klinik hat mir noch mal ausdrücklich mitgeteilt, dass sie den Behandlungsplan jetzt so ausgefüllt haben, dass dieser einer zweiten Geburt dienen soll. Sie sagten, sonst hätten wir keine Chance noch einmal drei Versuche bewilligt zu bekommen. Ich bin ja mal gespannt, aber eigentlich ganz optimistisch, auch wenn 10 gr. gefehlt haben für die "offizielle Bezeichnung" einer Geburt. Auch das war irgendwie ein komisches Gefühl. Einen Behandlungsplan anzufordern ist eben ein wichtiger, großer Schritt, damit startet alles! Wann wir aber genau starten, wird man sehen, aber das hatte ich ja schon mal erwähnt. Die Zeit wird es zeigen, der richtige Moment wird kommen.......


Freitag, 5. September 2014

Hallo, Lebensfreude, wo genau bist Du??????

Heute habe ich meinen freien Tag, dies ist ein Teil der Wiedereingliederung und ich muss sagen, dass ist eine tolle Regelung, denn man weiß, es gibt einen Tag in der Woche, wo man durchatmen kann.
Gestern hatte ich keinen guten Tag. Gestern genau vor zwei Monaten ist es passiert, dass Valerie und Felix zu den Sternen gegangen sind und das hat mir doch mehr auf die Stimmung gedrückt, als ich erwartet hatte. Auf dem Weg morgens zur Arbeit, hatte ich so das Gefühl, als würde ich da automatisiert hinfahren und das obwohl mein tiefstes Inneres sagt, dass ich das doch gar nicht will. Ich will nicht zurück ins Hamsterrad, ich wollte etwas anderes, ich wollte zum jetzigen Zeitpunkt meinen dicken Bauch vor mich herschieben und mich mit Wassereinlagerungen oder schmerzhaften Tritten gegen sämtliche Innereien rumschlagen. Ich hätte am liebsten umgedreht und wäre irgendwo hingefahren, wo es schön ist, wo ich mich nicht mit der Wirklichkeit beschäftigen muss. Und zum ersten Mal wurde mir so richtig bewusst, dass ich mich verändert habe. Ich bin ein so positiver, lebensbejahender Mensch und ich muss jeden Tag herzhaft lachen, sonst habe ich das Gefühl nicht zu atmen, aber genau das ist verschwunden. Ich habe das Gefühl, mit den Zwergen ist auch meine Lebensfreude gestorben. Bekomme ich sie jemals zurück, werde ich wieder der Mensch, der ich einmal war und was muss ich dafür tun?????
Ich habe dann gestern Abend mit meinem Mann darüber gesprochen und ihm auch erzählt, dass ich kurzzeitig den Gedanken hatte, mich von meiner Firma ein paar Monate freistellen zu lassen und zu reisen.......schöne Momente zu erleben, weit weg von allem. Ich habe mal für ein halbes Jahr in Neuseeland gelebt und vermisse das Land und meine Freunde sehr. Genau dorthin würde ich auf alle Fälle reisen, denn da könnte ich vermutlich endlich mal durchatmen. Mein Mann konnte das gut verstehen und würde natürlich alles mitgehen, aber er sagte auch, dass er glaubt, dass es ein Davonlaufen wäre und wenn ich zurückkäme, mich die Wirklichkeit doch wieder einholen würde. Er hält es für sinnvoll genau dieses Hamsterrad zu laufen, sich der Wirklichkeit zu stellen und dafür ist die Wiedereingliederung genau der richtige Weg. Wir haben jetzt beschlossen, öfter am WE wegzufahren um Inseln zu schaffen, Inseln aus denen ich wieder Kraft ziehen und hoffentlich meine Lebensfreude wieder zurückbekomme. Vermutlich hat er recht und ich sollte nicht weglaufen. Ich merke ja auch, dass die paar Stunden an der Arbeit gut tuen und gestern hat sich auch endlich der Knoten in meinem Kopf gelöst, denn ich hatte die ersten Tage das Gefühl, als hätte ich ein Knoten im Kopf. Ich wußte nichts mehr, ich hatte alle Namen mit denen ich die letzten zwei Jahre zu tun hatte vergessen, ich habe nichts verstanden von dem was mir meine Kolleginnen erzählt haben und war wie Watte im Kopf und gestern war es dann endlich soweit und der Knoten ist regelrecht zersprungen, was an diesem sehr bescheidenen Tag, ein wenig Sonnenschein gebracht hat. Jetzt gleich werde ich zum Sport gehen.......denn das ist zur Zeit so eine Art Insel für mich und heute Nachmittag hole ich den Geburtstag meines Patenkindes nach, wo ich mich sehr drauf freue. Eine Frage hätte ich zum Abschluss jedoch noch an euch. Seit ihr auch wie ein Magnet Schwangeren oder frischen Mamis gegenüber? Egal wo ich mich aufhalte, in kürzester Zeit stehen Schwangere oder Mamis mit Kinderwagen neben mir. Ich war vor zwei Tagen in der Stadt unterwegs und wollte im Kaufhaus mit dem Fahrstuhl fahren. Ja, natürlich, auch mir ist bewusst, dass Schwangere und Mamis den Aufzug benutzen, aber mussten es dann gleich vier Mamis mit Kinderwagen sein, die mit mir vom EG bis zur 6. Etage fahren????? Dann war ich gestern nach der Arbeit im Fitnessstudio und wollte einfach nur entspannt eine Runde schwimmen, was schon kein leichtes Vorhaben war, denn das letzte Mal war ich schwimmen, als ich schwanger war und meinen neuen Tankini ausgeführt  habe und total glücklich über mein Leben war. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass kaum jemand im Becken war und die, die im Becken waren, sind dann irgendwann raus, so dass ich komplett alleine meine Bahnen ziehen konnte, bis, ja bis eine Schwangere sich dazu entschied, dass Becken mit mir zu teilen.........Universum, warum machst Du das????? Muss ich da durch? Wenn ja, warum????? Vielleicht kann mir ja eine von euch sagen, warum das so ist?

Dienstag, 2. September 2014

Post x 2

Ich beginne den Post mit meinem Arzttermin am vergangen Freitag, bevor ich euch von meinen ersten beiden Tagen zurück an der Arbeit berichte. Leider ist noch immer die Zyste da, zwar etwas kleiner, als noch vor 14 Tagen, aber noch da. Somit hab ich mich dazu entschieden meinem Körper bei der Beseitigung ein wenig zu helfen und nehme jetzt 14 Tage lang Progesteron. Aussage meiner FÄ war, dass ich leider in der ersten Zyklushälfte feststecken. Die GMSH hatte eine stolze Höhe von 11,5 mm, aber dadurch das die Zyste zu viele Östrogen produziert, schnallt mein Körper natürlich nicht, dass er die GMSH langsam mal loswerden muss. Na gut, Arschtritte ist mein Körper ja nun schon gewöhnt, also wird er auch diesen kleinen, zarten Arschtritt schon hinbekommen. In drei Wochen habe ich dann wieder einen Termin, um zu schauen, ob die Zyste noch da ist und ob die Regel bis dahin eingesetzt hat. Das hoffe ich doch sehr, denn Freitag werden es neun Wochen und so langsam hätte ich doch gerne mal meinen Körper zurück. Außerdem hat es ein Gefühl von "Reset".

Am Montag habe ich mit meiner Wiedereingliederung begonnen und wie in jedem Job, startete er mit Formalitäten. Bei mir sind die Formalitäten etwas aufwändiger, da mein Projektbüro am Flughafen ist und ich unter anderem in den Sicherheitsbereich zur Baustelle muss. Schon in meinem letzten Projekt war ich am Flughafen, allerdings habe ich mit Beginn des Beschäftigungsverbotes meinen Ausweis inkl. Fahrerlaubnis in den Sicherheitsbereich abgegeben. Somit saß ich schon Montagmorgen bei der Ausweisstelle, oh man, dass ist wie beim Arbeitsamt........Nr. ziehen und warten, warten, warten.
Als ich diese Hürde endlich geschafft hatte, musste ich natürlich noch EDV Themen bewältigen, um meinen Lappi auch in das System meiner Kollegen zu bekommen. Womit ein Telefonat mit unserem EDV Spezialisten am festen Standort in der Stadt verbunden war und dieser erste einmal als Einleitung sagte :" Jetzt erst einmal Brainstorming, du hast doch Nachwuchs bekommen, oder?".......was sagt man da.....ja, nein, jein.... es endete mit Ende des 6. Monats traurig. Es war danach absolute Stille am anderen Ende. Und dann kam nur " das ist doch scheiße und ich frag auch noch". Komischerweise  fängt man dann automatisch an, dem anderen das schlechte Gewissen zu nehmen mit "nein, mach dir keine Gedanken, du wusstest es ja nicht......." kotz würg, was hat man dazu Lust. Aber in der Tat wird es noch genau solche Moment geben, an denen ich Leute treffe und die sich wundern mich zu sehen. Irgendwie war ich dann auch bedient für den Rest des Tages und sehr glücklich darüber, dass ich mittags schon abhauen durfte und mich mit Sport wieder auf Normalzustand bringen konnte. Es ist nicht leicht, aber ich hoffe auch diese Situationen werden leichter!

Im Moment bin ich irgendwie wieder mal sehr sehr traurig. Nicht so traurig, dass ich weinen muss, aber durch die Situation zurück am Schreibtisch zu sein, wird mir auf eine weitere Art deutlich gemacht, dass ich nicht Mutter werde. Im Moment ist es für mich unheimlich schwer Schwangere zu sehen, mit dem dicken Bauch und ihrer ganz besonderen Ausstrahlung. Es schmerz unglaublich! Ich vermisse meinen Bauch und das Gefühl der Schwangerschaft so sehr. Kleine Kinder hingegen erfreuen mich eher, weil sie so eine Leichtigkeit versprühen, was mir unheimlich gut tut, aber Schwangere machen mich traurig! Ich mag auch wieder dazu gehören.......ich bin so plötzlich aus dem Kreis rausgerissen worden....ich hoffe so sehr, dass 2015 endlich mal unser Jahr wird.

Eine Freundin von mir, die Mutter meines lieben Patenkindes, hat uns zur Beerdigung eine ganz liebe Karte geschickt und mit diesen Worten von der Karte beende ich auch meinen heutigen Post.

"Erinnerungen sind kleine Sterne, die tröstend in das Dunkel unserer Trauer leuchten"

Für alle, die ebenfalls traurig sind, eine dicke Umarmung und ein hoffnungsvolles "Wir schaffen das"!